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Vor 30 Jahren starb Jim Henson
Vor 30 Jahren starb Jim Henson
Der Vater der Muppets
"Ich liebe das Puppenspiel. Und alles, was wir tun, ist, diese alte Kunst auf Fernsehen und Film zu übertragen", sagte Jim Henson einmal. Das war natürlich sehr tief gestapelt. Henson war ein Künstler von ganz eigenem Rang. Schon seine erste Puppe sollte weltberühmt werden. Kermit der Frosch entstand aus einem halbierten Pingpong-Ball und dem grünen Mantel seiner Mutter. Der Lohn kam prompt: Mutter Henson verpasste ihrem 18-jährigen Sohn Jim eine schallende Ohrfeige. Entmutigen lassen hat er sich dadurch nicht.

"Sam and Friends" hieß Hensons erste regelmäßige Fünf-Minuten-Show, 1955 entwickelt für einen Washingtoner Lokalsender. Allerdings brauchte Henson bei der Bedienung seiner Puppen Hilfe. So fragte er seine Mitstudentin Jane Nebel, ob sie nicht ein wenig mit Puppen spielen wolle. Jane willigte ein, und vier Jahre später heirateten die beiden. Es war der Beginn einer großen, aber auch kurzen Karriere. Denn Henson war nur 53 Jahre alt, als er am 16. Mai 1990 den Folgen einer Lungenentzündung erlag.

Hensons Puppen wurden in den USA schnell populär. Mit seiner neuen Puppengeneration, den Muppets (ein Kunstwort aus "Marionette" und "Puppet"), kam 1969 der internationale Durchbruch. Der Childrens Television Workshop (CTW) brachte die "Sesamstraße". Das Krümelmonster, Ernie und Bert und natürlich der Reporter Kermit prägten und prägen weltweit die Kinderstunde im Fernsehen.

Von den Muppets zu den Fraggles

Der Schritt zur "Muppet Show" war jedoch noch weit. Für die US-Networks war Henson ein "Kinder-Unterhalter", seine Idee einer "satirisch-anarchischen Parodie auf das Showbusiness" fand keine Unterstützung. Fündig wurde Workaholic Henson in London. Der Siegeszug der Muppets begann, in mehr als hundert Ländern sollte die Show laufen. Zusammen mit Frau Jane, seinem Vertrauten Frank Oz und über 120 Mitarbeitern bastelte Henson in London und New York an seinem Muppet-Imperium.

Drei große Muppet-Spielfilme, Kermit darf seine grünen Fingerchen in Hollywoods "Walk of Fame" in Zement drücken - da erklärt Henson 1981 auf dem Gipfel des Erfolges das Ende der Show. "Irgendwann ist die Luft raus, da fällt es von Tag zu Tag schwerer, Ideen zu finden." Mit den Fraggles hatte Henson eine neue Puppenfamilie für die Kinderstunde im Programm, die auch in Deutschland ein großer Erfolg wurde. Interessanter fand er jedoch seine Arbeit im Special-Effects-Bereich. Für die Fantasy-Filme "Der dunkle Kristall" (1982) und "Die Reise ins Labyrinth" (1986) entwickelte er "Animatronics", elektronisch gesteuerte Puppen für Kinofilme.

Auch wenn Henson früh starb - seine Ideen überlebten ihn. "Die Dinos" wurden nach seinen Ideen gedreht, wenig später die Kleinkinderserie "Der Bär im großen blauen Haus". Auch die Muppets kamen zurück, für zwei Kinofilme und eine Serienstaffel. Kürzlich erzählte dann auf Netflix die Serie "Der Dunkle Kristall: Ära des Widerstands" die Vorgeschichte von Hensons Film von 1982. Und angeblich ist auch eine Fortsetzung von "Labyrinth" in der Mache. Die Erfolgsgeschichte des Jim Henson, sie geht weiter.

Von Jasmin Herzog